Kulturreise 2020

 Liebe Freunde unserer Kulturreisen

Das Coronavirus lässt uns heuer nicht ins Egerland und seine Kaiserbäder fahren. Die Reise wird nachgeholt, sobald sich die Voraussetzungen wieder der „alten Normalität“ nähern.

Aber ein Jahr ohne Kulturreise, das geht ja doch nicht !

Ich konnte in der Vorwoche erleben, wie sich das nördliche Waldviertel (Region Thayatal) in den letzten Jahren durch großzügige Investitionen touristisch weiterentwickelt und eine kulturelle Vielfalt geschaffen hat. So kam ich zum Entschluss, eine Kurzreise (2 Tage – 3 Nächte) in unser Nachbarbundesland anzubieten. Der Programmablauf ist gedrängt und erfordert Ausdauer und Stehvermögen, sofern man alles mitmachen will.

 

Im Anhang erfährt ihr die Eckpunkte und Stationen der Kurzreise. Eine genaue zeitliche und informative Ablaufplanung bekommen die Reiseteilnehmer dann Mitte August übermittelt.

 

Bitte beachten: Es gibt nur einen Reisetermin von 8. - 10. September 2020.

 

Die Durchführung ist ab 20 Personen gesichert. Anmeldungen bis höchstens 30 Personen werden entgegengenommen. 

 

KULTURREISE 2020

Mit einem griffbereiten Mund-Nasen-Schutz werden wir uns vom 8. -10. September 2020 auf eine Kurzreise ins Waldviertel begeben.

Das nördliche Waldviertel hat eine einmalige Dichte an Burgen, Schlössern und Klöstern. Mit dem Fall des „Eisernen Vorhanges“ vor 30 Jahren hat gleichzeitig eine beeindruckende touristische und kulturelle Erschließung und nach jahrzehntelanger Trennung eine Zusammenarbeit der tschechisch/österreichischen Grenzregionen begonnen. Die Schönheit der unberührten Natur des Thayatales ist bekannt. Der Besuch von zwei Wirtschaftsbetrieben vermittelt das Bemühen um die Schaffung und den Erhalt von Arbeitsplätzen und einen Stopp der Abwanderung. Jedenfalls erwartet uns ein vielfältiges Programm.

ABLAUFPLANUNG

Dienstag, 8. September:

07.00 Uhr: Abfahrt Neckarsteinachplatz in Grein. Bus Sigl-Reisen/Franz Rumetshofer

09.00 Uhr: GEA Schuhwerkstätten „Waldviertler“ in Schrems – Werksführung

10.45 Uhr: Kunstmuseum Schrems und Skulpturenpark – Führung

12.30 Uhr: Mittagessen „Hotel zur Sonne“

14.00 Uhr: Spaziergang zur „Himmelsleiter“ (wer möchte)

15.00 Uhr: „UnterWasserReich“, Moore und Teiche im Waldviertel - Führung

18.30 Uhr: „Check in“ im ****Hotel Schüttkasten, Abendessen

 

Mittwoch, 9. September:

08.30 Uhr: Abfahrt vom Hotel

09.00 Uhr: Perlmuttmanufaktur in Felling – Betriebsführung

10.30 Uhr: Burg Hardegg - Schlossführung

12.00 Uhr: Mittagspause im Nationalparkhaus

13.00 Uhr: Hennerweg - Kurzwanderung Aussichtspunkt Thayatal (wer möchte)

15.00 Uhr: Führung durch den Retzer Erlebniskeller, Weinverkostung

18.30 Uhr: Abendessen im Hotel

Donnerstag, 10. September:

09.00 Uhr: Abfahrt vom Hotel

09.30 Uhr: Prämonstratenserstift Geras – Führung

11.30 Uhr: Prämonstratenserstift Pernegg, kurzer Rundgang

12.30 Uhr: Mittagspause in der Stiftstaverne Altenburg

14.30 Uhr: Benediktinerkloster Altenburg – Führung

16.30 Uhr: Heimfahrt Kamptal – Krems – Wachau - Grein, Heurigenbesuch Wachau

21.00 Uhr: späteste Rückkehr in Grein 

LEISTUNGEN:
2 x Nächtigung und HP im ****Hotel „Schüttkasten“ in Geras

Sämtliche Eintritte und Führungen laut Programm

3 Tage Bustransfer durch Firma Sigl-Reisen/Franz Rumetshofer

KOSTEN: € 310.- pro Person im Doppelzimmer, EZ-Aufpreis € 30.-

Bitte um Restzahlung bzw. um Einzahlung des Gesamtbetrages. Danke.

Raiffeisenbank Grein - IBAN: AT78 3406 8001 0004 3257  

Nach turbulentem Jahresbeginn sollen es Tage des Erholens, Abschaltens und Wiedersehens sein.

Der Kulturverein Grein freut sich über dein Interesse bzw. deine Teilnahme.

 

Walter Edtbauer -Karl Brandstetter

Obmann                 Reiseleiter 0680/557405

 

WISSENSWERTES ZU UNSEREM REISEPROGRAMM

Schrems, 1200 gegründet, ist eine Stadtgemeinde mit 5400 Einwohnern. Die Brauerei gibt es seit 1410 und der Schremser Granit ist seit Jahrhunderten Baumaterial. Von 1960 bis zur Insolvenz 2008 sicherte der Strumpferzeuger ERGEE Arbeitsplätze. Schrems hat einen SPÖ-Bürgermeister.

Heini Staudinger, geb.1953 in Vöcklabruck, bricht sein Medizinstudium in Wien ab und gründet 1984 in Schrems

die „Waldviertler Schuhwerkstatt“. Es war ein Projekt zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und ist inzwischen mit

GEA (griech. Göttin der Erde) ein international agierender Betrieb mit der Schuhmarke „Waldviertler“. Mit 200 000

Schuhen jährlich ist GEA zwar ein Winzling international, aber GEA schreibt schwarze Zahlen, bildet Lehrlinge in 

der Grenzregion aus und verhindert das Aussterben der Schuhproduktion in Österreich.

3 Firmengrundsätze:„Scheiß di net an!“ „Bitte, sei ned so deppat!“ „Orientiere dich an der Liebe“

 

Das „Kunstmuseum Waldviertel“ ist ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, Natur, Kunst und schönen Produkten auf 12.000m2. Die Jahresausstellung 2020 „Lebenszeichen“ gibt Einblicke in das grafische Werk des Künstler-Architekten Makis Warlamis. Der Skulpturenpark mit seinen Steinformationen bietet viele Motive für Fotografen.

Die „Himmelsleiter“ ist eine Aussichtplattform im Naturpark Hochmoor. Die Holz-Stahlkonstruktion besteht aus 58 paarweise angeordneten Fichten-stämmen, die jeweils eine Länge von 20m aufweisen. Über 108 Stufen gelangt man auf eine lange Plattform mit Blick auf die Moorlandschaft. Die Aussichtswarte erhielt 2002 den niederösterreichischen Holzbaupreis.

 

Das „UnterWasserReich“ ist ein beliebtes Ausflugsziel in Niederösterreich. In der

Indoor-Erlebnisausstellung und im mehrfach prämierten Wassergarten wird den Besuchern die Welt der Waldviertler Teiche und Moore näher gebracht. Das Hochmoor Schrems wurde im Jahr 2000 unter Naturschutz gestellt und beträgt insgesamt 300 Hektar. Wer möchte, kann auch bei der Fütterung eines Fischotters dabei sein. Für müde Beine bietet sich die Teichterrasse des Cafe an.

 

Der „Schüttkasten“ ist ein Teil des Stiftes Geras und war einst Getreidespeicher des Klosters. Es ist ein dreistöckiges Gebäude mit Satteldach, errichtet 1668-1680 auf einer sanften Anhöhe. Von 1978 - 1980 wurde der Schüttkasten unter Abt Joachim Angerer in ein Hotel mit 70 Zimmern umgestaltet. Er gilt als der erste zu touristischen Zwecken umgebaute Schüttkasten. 2010 wurden die historischen Gebäude Schüttkasten und Meierhof inmitten der harmonischen Teichlandschaft zu einem ****Hotel aufwändig aber stilsicher revitalisiert und modernisiert.

Genießen wir die Atmosphäre unter den Holzbalken und im Kreuzgewölbe des Restaurants.

Für kreative Gäste gibt es das Angebot von über 60 Kunstkursen aller Art in der Akademie Geras.

 

Perlmutt – ein Material von großer Eleganz. Es glänzt verführerisch, schmeichelt den Augen und ist aus edlem Naturmaterial, das die Menschen seit Jahrhunderten zu Schmuckstücken, Knöpfen aber auch Gebrauchsgegenständen verarbeiten. Wie viele Handwerkstraditionen war auch diese zur Aufgabe verurteilt. Nicht ganz zum Glück, denn noch gibt es eine kleine, aber feine Manufaktur, die die große Kunst der Perlmuttverarbeitung hochhält. Österreichs einzige und letzte Perlmuttmanufaktur befindet sich in Felling an der Thaya.

 

Hardegg, die kleinste Stadt Österreichs, liegt tief eingebettet im Tal der Thaya. Rund um Hardegg gibt es nicht nur den überregional bekannten Nationalpark, sondern auch zahlreiche schöne Routen für Wanderungen und Radtouren im österreichisch/tschechischen Grenzgebiet. Die historische Thaya-Brücke aus dem 19. Jh. war während der Zeit des Eisernen Vorhanges gesperrt und ist nun wieder für Fußgänger und Radfahrer geöffnet.

Die Höhenburg Hardegg wird erstmals 1145 urkundlich erwähnt und durch Erweiterungen im Mittelalter zu einer der größten Burgen des Landes. Die Habsburger geben sie 1499 an die Brüder Prüschenk weiter und Mitte des 17. Jh. kommt sie in den Besitz der Grafen Khevenhüller, einem Kärntner Adelsgeschlecht (Stammburg Hochosterwitz). Diese verlegen aber 1730 ihren Wohnsitz auf Schloss Riegersburg – Hardegg verfiel. Erst 1878 ließ Johann-Carl von Khevenhüller, ein Mitkämpfer Kaiser Maximilians von Mexiko, die Burg wieder aufbauen und unter der Burgkapelle eine Familiengruft einbauen. Zu Ehren seines Freundes Maximilian wurde in der Burg ein Museum über dessen Leben und Tod eingerichtet. Im 20.Jh. erbten die Grafen Pilati zu Daxberg (Tirol) die Burg, denen sie zusammen mit Schloss Riegersburg noch gehört.

Das Thayatal mit seinen steilen Hangwäldern zählt zu den schönsten Durchbruchstälern Österreichs. Ein Kraftwerk auf tschechischer Seite konnte 1984 verhindert werden. Nach der politischen Wende schaffen die Tschechen 1991 den „Narodni park Podyji“ und Österreich zieht 1997 nach. 250 Hektar der Kernzone des Nationalparks gehören zu den von der „European Wilderness Society“ zertifizierten WILD-Forest Gebieten, 2 Kilometer der Thaya sind WILD-River.  Das Nationalparkhaus wurde seit seiner Eröffnung 2003 zur wichtigen Besucherdrehscheibe. Im Inneren finden sich die Ausstellung „Natur-Geschichten“, ein Seminarraum und ein Veranstaltungssaal, eine Naturforscherwerkstätte und das Nationalpark-Cafe-Restaurant. Im Außenbereich wurde ein Wildkatzengehege angelegt.

 

Die Stadt Retz liegt am Fuße des Manhartsberges und damit schon im Weinviertel. Sie hat einen der schönsten und größten Stadtplätze Österreichs. Schon 1490 erhielt Retz Privilegien für den Weinhandel. Diesen Privilegien verdankt Retz die ausgedehnten Sandkeller. Das gesamte Kellerlabyrinth erstreckt sich auf einer Gesamtlänge von ca. 20 Kilometern unter dem Stadtkern und ist damit länger als das Straßennetz oberirdisch. Die Keller sind bis zu 20m tief in Meeressand gegraben und teilweise dreistöckig angelegt. 

Stift Geras, 1153 gegründet, gehört zu den schönsten historischen Anlagen des Waldviertels.

2020 und 2021 feiern die Prämonstratenserklöster europaweit das 900-Jahr-Jubiläum der Ordensgründung durch den Hl. Norbert von Xanten. Die in den Grundfesten romanische Stiftsbasilika wurde nach einem Brand im barocken Stil wiedererrichtet. Der Barockmaler Paul Troger malte das Deckenfresko im Marmorsaal. Dieser dient heute auch als Veranstaltungs- und Konzertsaal.

Im Klosterladen sind Kräuter-Produkte erhältlich, hergestellt nach der Rezeptur von Kräuterpfarrer Weidinger. Einmal wöchentlich ist auch der Geraser Stiftskarpfen käuflich zu erwerben.

 

Stift Pernegg, 1153 als Prämonstratenser-Frauenkloster gegründet, wird 1585 von den Geraser Chorherren übernommen. Heute ist das Kloster ein „Ort der Stille“. Es ist das „Waldviertler Fastenzentrum“ mit 50 Gästezimmern und lädt zum Entspannen und Energietanken ein.

 

Stift Altenburg wird zurecht als das Barockjuwel des Waldviertels bezeichnet. Die Benediktinerabtei wurde 1144 gegründet. In barockem Größenwahn wurden nach den Türkenkriegen des 17.Jahrhunderts die mittelalterlichen Teile verschüttet und darüber ein barocker Neubau errichtet. Die Reste der alten Klosteranlage wurden im Zuge einer Landesausstellung vor 20 Jahren wieder freigelegt. Wir erleben also ein „Kloster unter dem Kloster“. Seinen Ruf als „Trogerstift“ verdankt Altenburg den Fresken des Barockmalers Paul Troger. Wir tauchen ein in die Harmonie einer barocken Bibliothek, staunen über die groteske Krypta und genießen die Stiftsgärten. Im Kaisertrakt kann bei Interesse die barocke „Sammlung Arnold“ betrachtet werden.